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Praxis für Intimchirurgie und Frauenheilkunde Dr. med. Norbert Karasinski
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Vaginale Moorbehandlung – Befreiung von Kurortabhängigkeit

Der wissenschaftliche Name der ganzen Behandlungsgruppe ist Peloidtherapie. Sie beinhaltet Behandlung mit dem Schlamm (Thalassotherapie), mit der vulkanischen Asche (Fango) und mit dem Torf (Moortherapie).

Indikationen der vaginalen Moorbehandlung

Eine ganz besondere Wirksamkeit zeigt die vaginale Moorbreibehandlung bei folgenden, oft therapieresistenten Indikationen wie:

  • Unerfüllter Kinderwunsch
    Sie ermöglicht die Behebung des zervikalen Faktors ohne Antibiotika, die Auflockerung der intratubaren Verwachsungen ohne Mikrochirurgie, die hormonale Optimierung ohne Zufuhr von Hormonen, ohne die Gefahr der künstlichen Mehrlingsschwangerschaft.
  • Chronische therapieresistente Entzündungen im Bereich des kleinen Beckens
  • Unterbauchschmerzen ohne Tastbefund
    In Wirklichkeit handelt es sich hier um lymphologische und neurovegetative Störungen im Sinne sowohl einer fixierten sympathikotonen Algodystrophie als auch einer parasympathikotoner pathologischen Kongestion.
  • Zyklusstörungen durch Ovarialinsuffiziens
  • Genitale Entwicklungshemmungen (wie Uterushypoplasie)
  • Habitueller Abort
  • Adhäsionen, Entzündungen, Infiltrate oder Hämatome nach Operationen
  • Posthysterektomie-Syndrom
  • Frühklimakterium - Wechseljahre
  • Reizblase
  • Genitalatrophien – Schrumpfung der Scheide, Scheidentrockenheit
  • Rezidivierende chronische Entzündungen der ableitenden Harnwege (Blasenentzündungen), funktionelle Störungen der Harnentleerung (Restharnbildung, neuro-hormonale Reizblase, interstitielle Zystitis)
  • Streßinkontinenz
  • Dranginkontinenz
  • Sexuelle Störungen

Eine spezielle Art der Torfanwendung — das vaginale Peloid-Tampon

Es handelt sich dabei um keine Neuheit, kein klinisches Experiment und um keine veraltete Methode. Vaginalee Peloid-Tampons bilden gemeinsam mit der äußeren Anwendung von Peloiden z.B. in Form von Bädern und Packungen einen traditionellen und wichtigen Bestandteil der Kurbehandlung von Patientinnen mit gynäkologischen Beschwerden.

Ebenso wie bei anderen Formen der Anwendung von Peloiden handelt es sich bei vaginalen Peloid-Tampons um ein Mittel, das der Gesundheit durch seine thermischen (bzw. kühlenden) mechanischen und biochemischen Wirkungen nützlich ist. Die Anwendung in Form eines Tampons ermöglicht eine direkte Wirkung möglichst nah an der Quelle der Beschwerden.

Außer der direkten Einwirkung von Wärme oder Kühle auf das unmittelbare Umfeld, in dem sich praktisch alle Organe des inneren Genitals befinden, ist bei der vaginalen Anwendung die Reflexwirkung bedeutend, in offensichtlichem Zusammenhang mit der Regulation des autonomen Nervengeflechtes‚ dank dessen die erreichten Änderungen der Zirkulation und des Stoffwechsels auch einige Stunden nach Beendigung der Anwendung andauern. Im Unterschied zu Oberflächenanwendungen von Wärme und Kühle, bei welchen es zur Durchwärmung oder Abkühlung der Beckenorgane in beschränktem Maße und erst nach dem Ausgleich des kalorischen Defizits des-Körperumschlags kommt, erfolgt bei der Anwendung von warmen vaginalen Peloid-Tampons direkte‚ intensive und sofortige Wirkung.

Die mechanische Wirkung der PeIoid-Tampons stellt vor allem die Entfaltung der Scheidenwände dar und stellt einen vollkommenen Kontakt der festen und auch flüssigen Phase der Peloidmasse mit der Oberfläche der Schleimhautsicher.

Bei der vaginalen Anwendung wird besonders die biochemische Wirkung entscheidend geltend gemacht. Im Unterschied zur Haut bildet die Schleimhaut eine viel durchlässigere Barriere und die Humin- und weitere lnhaltsstoffe können ihre Wirkung in der ganzen Schicht der Schleimhautauskleidung und auch im Unterschleimhautbindegewebe geltend machen.

Der ph-Wert der Huminstoffe, die ohne Ausnahme sauer sind, liegt dem des physiologischen Sauermilieus einer gesunden Scheide nahe. Huminstoffe helfen bei der Korrektion von ggf. erhöhtem ph-Wertt z.B. bei chronischen vaginalen Entzündungen, indem sie ihn normalisieren und auf diese Weise ein günstiges Milieu für den Wuchs der physiologischen vaginalen Mikroflora bilden, die insbesondere Laktobazillen darstellen.

Huminstoffe reagieren mit Scheidensekreten und insbesondere mit Stoffen eiweißlichen Charakters. Sie helfen, eine Reihe von entzündlichen Wirkstoffen, Abfall- und toxischen Produkten, die durch die Tätigkeit von Krankheitserregern oder durch lmmunvorgänge bei entzündlichen Störungen entstehen, zu neutralisieren.

Humin- und weitere lnhaltstoffe wirken auf die Scheidenauskleidung adstringierend (durch zusammenziehende, festigende Wirkung), sie beschleunigen die Abscheidung abgenutzter Zellen der Auskleidung (Desquamation) und deren Ersetzung durch neue Zellen (Epithelisation).

Im Bereich der Basalschicht der Auskleidung und des Unterschleimhautbindegewebes helfen die Huminstoffe den Stoffwechsel, den Austausch und Abfluss der Gewebsflüssigkeit zu beschleunigen, die interzellularen Räume von stagnierenden Stoffen eiweißlichen Charakters zu reinigen und die Qualität des Bindegewebes zu beschleunigen und zu verbessern. Somit helfen sie bei einer schnelleren und vollkommeneren Erneuerung der physiologischen Verhältnisse bei entzündungsbedingten Veränderungen und nicht zuletzt auch bei der Verbesserung von Qualität und Eigenschaften von Operationsnarben.

Generell ist das Peloid-Tampon überall dort hilfreich, wo der Bedarf besteht, ein gesundes saures Scheidenmilieu und seine physiologische Mikroflora zu unterstützen, für die es günstige Wachstumsbedingungen vorbereitet. Es ist überall dort nützlich, wo es wünschenswert ist, in der Nähe von Organen des inneren Genitals Wärme oder Kühle zu applizieren, 0b es sich nun um entzündliche Störungen oder postoperative Zustände handelt. Die Huminsäuren und weiteren lnhaltstoffe bilden ein ungünstiges Milieu für eine Reihe von pathogenen (krankheitserregenden) Bakterien und Viren. Sie verbessern die Abwehr- und Regenerationsfähigkeit der Schleimhaut.

Die heißen vaginalen Moortamponaden werden von den Frauen in der Regel als recht angenehm empfunden.

Bei einer korrekten Anwendung sind sie auch sehr sauber und für andere unscheinbar.

Das ausgereifte Moor ist praktisch keimfrei. Es besitzt sogar starke antibakterielle und antivirale Moorinhaltsstoffe‚ die sich unter den typischen anaeroben Verhältnissen der Moorlagerstätte im Laufe von mehreren Jahrhunderten oder Jahrtausenden infolge des Moorreifungsprozesses (lnkohlungspfad) entwickelten.

Für die vaginalen Anwendungen wird nur ein nachgewiesen saures Moor von einem pH 4 - 4,5 angewandt. Dadurch ergibt sich ein nachträglicher Selektionsvorteil für den Laktobazillus.

Die eigentliche vaginale Moor-Applikation dauert nur wenige Minuten. Während der nachfolgenden Behandlungszeit von 30 Minuten bis zu 6 Stunden und mehr muss die Patientin nicht liegen oder sitzen bleiben.

Die spätere Entfernung und Entsorgung des kleinen Moortampons bereitet Ihnen keine Probleme und darf zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Die heißen vaginalen Moortamponaden alle Wärmegegenregulationen auf sehr schonende Weise umgehen und dass sie selektiv direkt auf Organe des kleinen Beckens wirken.

Der wärmeabwehrende Körpermantel wird widerstandslos umgangen, indem das Einführungsrohr in die Scheide eingeführt und der heiße Moorbrei direkt im Körperkern, unmittelbar in der Nähe der Gebärmutter und der benachbarten Organen, ausgedrückt wird. Das verursacht keine zentralen Abwehrreaktionen und keine unangenehmen Gefühle. Folglich gibt es auch keine Herz-, Kreislauf- oder Schilddrüsen-Kontraindikationen.

  • Die glatte Muskulatur der Gebärmutter (Portio uteri) wird unmittelbar in den heißen Moorbrei eingetaucht.
  • Alle Parametralbänder und lymphatischen Wege werden sofort von der therapeutischen Wärme mit dem direkt erwärmten venösen Blut und der extrazellulären Flüssigkeit erreicht.
  • In nur 1 cm Entfernung zum heißen Moortampon verläuft die Arteria Uterina, die das aufgewärmte arterielle Blut bis zum Endometrium und entlang des Uterus und der Eileiter bis in die Ovarien bringt.
  • In derselben Entfernung von 1 cm liegen die überaus wichtigen detaschierten neurovegetativen Frankenhäuserschen Ganglien, welche die Empfindlichkeit des inneren Genitale auf die Hormone steuern. Die Wärme bewirkt ihre mehr als 24 Stunden anhaltende sympathikolytische Umstellung mit trophotroper (aufbauender) Auswirkung auf Organe des gesamten kleinen Beckens.
  • In derselben Entfernung von 1 cm werden auch die glatte Muskulatur und die neurovegetativen Plexen von den dort verlaufenden beiden Harnleitern erreicht. Auch dies hat Auswirkungen auf das gesamte Harnsystem, insbesondere auf die Reizblase.

Weil dabei keine Wärme-Abwehrmechanismen geweckt werden, macht diese Tatsache die heiße vaginale Anwendung sehr verträglich. Das alleine erlaubt eine problemlose, verlustlose, effektive Erwärmung des inneren Genitale über 2 Stunden(!) lang, weil die Wärme, im Moortampon gespeichert, noch über so lange Zeit schonend abgegeben wird.

Die Moortamponade wird bei Temperaturen von +4 bis +55° C angewandt. Es gibt einige wenige akutentzündlichen Indikationen, bei welchen das innere Genitale gekühlt werden muss. Diese sollten lieber den Ärzten überlassen werden. Für die Selbstheilung werden wir uns hier nur mit den warmen, heißen oder mit den raumtemperaturhabenden Tamponaden befassen.

Das innere Genitale hat nur wenig Wärmeendkörperchen. So bekommt es nur eine reduzierte Scheidenhauttemperatur zu spüren. Die vaginale Moorbehandlung wird daher als ausgesprochen angenehm empfunden.

Kinderwunsch, Sterilität

Jede Schwangerschaft ist ein Endergebnis von vielen entscheidenden Teilaktionen, die alle exakt durchgeführt und aufeinander abgestimmt werden müssen:

  • So muss sich die künftige Mutter in einer allgemein gesunden Lebenssituation befinden. Sie darf nicht ernsthaft krank, gut ernährt sowie keinem übermäßigen Stress ausgesetzt sein.
  • Ihr Gehirn muss eine gut funktionierende innere Uhr haben.
  • Die innere Uhr muss korrekte Signale aus dem Hypothalamus (Neurosekretion) an die Hypophyse initiieren.
  • Daraufhin muss die Hypophyse ihre zyklischen Hormone (Gonadotropine LH, FSH) an die Ovarien über das Blut aussenden (Hormonsekretion).
  • Aus der Neurohypophyse im Hypothalamus müssen gleichzeitig phasenkorrekte neurovegetative Signale (sympathische, parasympathische) über den Rückenmark und über die neurovegetativen Ganglien zur Vorbereitung des Zielgewebes (Gebärmutter, Eierstöcke) ausgehen, die auf die aktuellen Hormone exakt abgestimmt sein müssen.
  • Wenigstens ein Eierstock muss gut durchblutet und in der Lage Sein, auf die Hormone richtig zu reagieren um einen gesunden Follikel mit einer reifen Eizelle zu produzieren. Störungen der Follikelbildung würden nur zu Zysten führen.
  • Das freie Ende des zugehörigen Eileiters darf nicht durch Verwachsungen an seiner Bewegung verhindert werden. Das reifende Ei im Eierstock wird nämlich vom Eileiter chemotaktisch erspürt. Sein freies Ende legt sich dann auf die Eisprungstelle um das Ei sofort aufzufangen, damit es nicht in die Bauchhöhle fällt.
  • Die sekretorischen Zellen des Eileiters müssen genügend Flüssigkeit (Endolymphe) produzieren. Sowohl die Spermien als auch später das befruchtete Ei müssen im Eileiter schwimmen können.
  • Die inneren Falten des Eileiters dürfen nicht durch Fibrin verklebt werden, damit der Weg zwischen ihnen sowohl für Spermien als auch für das Ei frei bleibt. Das Ei darf unterwegs nicht stecken bleiben, sonst würde eine Eileiterschwangerschaft entstehen.
  • Die Gebärmutter muss auf die ovarielle Hormone reagieren können. Dafür sind die regionalen neurovegetativen Ganglien (Frankenhäuserschen Ganglien) in der Nähe des Scheiden-Gewölbes verantwortlich.
  • In der Scheide muss das richtige, saure Milieu herrschen. Es darf keine stärkere bakterielle Verunreinigung vorhanden sein, die den sauren pH-Wert alkalisch machen würde. Nur dann können die Spermien chemotaktisch den Weg in die Gebärmutter finden.
  • Der vor der aufsteigenden Infektion schützende Schleimpfropf im Zervikalkanal muss zu diesem Zeitpunkt kurzfristig richtig aufgelockert werden. Er darf keine Spermien undurchdringliche, engmaschige Netzstruktur aufweisen. Sonst bleiben sie hängen.
  • Es darf keine Infektion in den Zervikaldrüsen sein, welche den Schleimpfropf produzieren. Die bakteriellen Toxine könnten die Spermien sonst abtöten.
  • 14.Nach der erfolgreichen Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter gibt es   
    noch eine ganze Reihe von weiteren möglichen Komplikationen der Schwangerschaft,
    bis es schließlich zur Geburt eines reifen, wohl ernährten, gesunden Kindes kommt.

Ein Heilerfolg muss nicht immer sofort die erwünschte Geburt eines Kindes bewirken, sondern kann zunächst nur zur Verbesserung einer oder mehrerer Störungen führen.

Inhaltsstoffe

Für eine ganze Reihe der Heileffekte von Torf sind auch seine verschiedenen Inhaltstoffe verantwortlich. Wasserlösliche lnhaltstoffe oder in eine lösbare Form aufbereitete, stellen die Grundlage der Wirkungsweise von Torflaugen und extrakten dar. Wasserunlösliche wirken beim direkten Kontakt mit Torfbreien. Obwohl die lnhaltstoffe von Torf hauptsächlich lokal wirken, dringen sie tief in die Haut ein und werden durch die Schleimhaut absorbiert, sodass in einigen Fällen auch ihre Gesamtwirkung von Bedeutung sein kann.

Die bedeutendsten lnhaltstoffe von Torf sind Huminstoffe. Sie binden eine Reihe von Schadstoffen an sich und machen diese unschädlich, stabilisieren und unterstützen den Wuchs der normalen Haut- und Schleimhautmikroflora‚ erschweren den Wuchs von pathogenen Mikroben einschließlich einer Reihe von Viren (haben bakterio- und virostatische Wirkung)‚ neutralisieren die mit einer Entzündung verbundenen Ergüsse und Sekrete. Sie unterstützen und beschleunigen die Bildung von Haut- und Schleimhautzellen, beschleunigen die Abscheidung von abgestorbenen Epithelzellen unterstützen die Immunvorgänge im Unterhaut- und Unterschleimhautbindegewebe. Sie unterstützen die Aktivität des Lymphsystems.

Huminstoffe allergisieren weder lokal noch insgesamt und werden auch bei wiederholter und langzeitiger Anwendung oder bei der Anwendung an einer beschädigter Haut- und Schleimhautdecke gut toleriert.


Neben den Stoffen der Humingruppe enthält Torf eine Reihe von weiteren Stoffen mit biologischer Wirkung, wie Kieselsäure, Proteine, Stärke, Steroide, ätherische Öle, Polyphenole, Bitterstoffe, Andromedotoxin, Arbutin, Hydrochinon, p-Naphtochinon, Flavonglykoside‚ Flavone, Glycophlavone, Gerbstoffe, Vitamine, Cicutoxin, Flavonoide, Wachs, Benzoesäure, Urson, Harze, Spiraesäure (aus der der erste Aspirin hergestellt wurde), Gratiolin, Cardenoglyteroid, Ledol, Lithospermsäure, Gagelöl, Schleimstoffe, Naphthochinonderivate, Anemonol Antradimon, Saponine, Serratulin, Solanil, Allantoin, Pektin, Valepotriate usw.

Die einzelnen Mooranwendungen unterscheiden sich aber in ihren Torfinhaltstoffen und Möglichkeiten ihrer Resorption, in ihren stressfreien oder stress-auslösenden thermischen Dosierungen, in ihren hydrostatischen Druckwirkungen etc. so stark voneinander, dass eine ganze Reihe von Anwendungen verschiedener Wirkungsmechanismen unter diesem oberflächlichen Oberbegriff "Moortherapie" zu finden sind. All diese Parameter müssen bei einer Indikation wissenschaftlich exakt definiert werden.

Das Moor bietet typische Wirkungsmechanismen nur bei ganz strengen Bedingungen seiner Anwendung. Je nach Art der jeweiligen "Moortherapie" können sogar paradoxe Wirkungsmechanismen erzielt werden.

Die Moorbehandlung wird vor allem als eine besondere Wärmebehandlung (Heilmittel) angewandt. Aber auch seine mechanischen und chemischen Moorbestandteile haben, insbesondere bei der gynäkologischen Anwendungsart, eine große Bedeutung.